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Eine Subvention fűr die Autoindustrie



Die deutsche Autoindustrie geht, nach einem enttäuschenden 2007 im deutschen Binnenmarkt, nunmehr goldenen Zeiten entgegen. Absatzsteigerungen wie sie seit der Wiedervereinigung nicht mehr gesehen wurden, stehen den Konzernen ins Haus. Neben den Autobauern dűrften auch die Banken von dem Boom profitieren.

Der grosse Gönner der beiden Schlűsselbranchen ist Vater Staat. Um die Einbrűche der Verkaufszahlen wettzumachen, die im Gefolge der Treibstoff-Preiserhöhungen und der Unsicherheit dank Feinstaub-Diskussion eintraten, beeilen sich nun die Kommunen, sogenannte Umweltzonen zur Verbesserung der Luft einzurichten.

Beginnend in einigen Grosstädten, werden die Umweltzonen bald dutzende von Mittel- und Kleinstädten erreichen. War frűher die Fussgängerzone der Ausweis städtischer Bedeutung, so wird es demnächst die Umweltzone sein.

Statussymbol Umweltzone

Keine Frage, in vielen Städten ist die Luft ungesund. TŰV hin, TŰV her – man sieht als Verkehrsteilnehmer mit blossem Auge, welche gewaltigen Mengen an Rauch und Staub zahreiche alte Lastwagen, Busse und vernachlässigte PKWs – Diesel und Benzin – ausstossen.

Ein Problem, das viele Länder plagt. Jedes versucht, auf eigene Weise die städtische Luft zu retten. In Amerika ist es weitgehend geglűckt. Es gibt dort fast keine Dieselfahrzeuge, und die Katalysatoren der Benzinfahrzeuge werden bei Motor Vehicles, dem Äquivalent des TŰV, penibelst geprűft. Selbst in Downtown Manhattan ist die Luft daher űberraschend sauber.

Warum bloss fährt Europa Diesel? Hier hat die Steuergesetzgebung offenkundig versagt. Fűr ein paar Liter weniger Verbrauch hat man sich ein enormes Feinstaubproblem eingehandelt.

Abwrackprämie

Italien zeigt, was man in dieser Lage sinnvoll tun kann. Rom, die Stadt mit der höchsten Autodichte Europas – zwei Fahrzeuge auf drei Einwohner – hat seine alten Dieselstinker weitgehend durch Erdgas-Autobusse ersetzt. Wo gibt es die in Deutschland? Gleichzeitig zahlt der Staat hohe Abwrackprämien fűr Altautos; kein Wunder, dass 2006 und 2007 der italienische Automarkt am besten in der EU abschnitt.

In Deutschland dagegen geht man nach Doktor Eisenbart vor. Man richtet kurzerhand eine Umweltzone ein und űberlässt es den Bűrgern, die weniger moderne Fahrzeuge besitzen – oft erst kűrzlich gekauft — wie sie den wirtschaftlichen Schaden der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs meistern. Dieser Schaden ist beträchtlich, nicht nur fűr sozial Schwache. Selbst ein noch fast neuwertiges Altfahrzeug ist quasi űber Nacht unverkäuflich geworden. Nur ins Ausland lässt es sich bestenfalls zum Minipreis abschieben.

Wer nicht zufällig ohnehin den Kauf eines Neuwagens plante, muss eine enorme Ausgabe schultern, fűr die er oder sie keine Vorsorge getroffen hatte. Da sind die Banken natűrlich gerne bereit, mit einem Ratenkredit oder einem Leasingvertrag einzuspringen. Und die Autokonzerne? Wenn plötzlich der Inlandsabsatz wieder boomt, werden sie ihre Preise eher steigern als senken.

Aktien kaufen?

Was tun also? Autoaktien kaufen und hoffen, dass man als Aktionär von dem Autoboom der nächsten zwei, drei Jahre profitieren wird. So nicht die Treibstoffpreise endgűltig die Decke durchschlagen.

Wenn bis Ende 2010 alle Leute neue Autos Schadstoffklasse Euro 4 gekauft haben, dann kommt Euro 5, und das Spiel beginnt wieder von vorn. Auf höherem Niveau, versteht sich.

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—— Heinrich von Loesch